Wimbern in den letzten 100 Jahren (1891-1991)

Die politisch–soziale Entwicklung

Die schon angesprochene Selbstverwaltung und Selbständigkeit Wimberns setzte sich auch über die Jahrhundertwende fort.

Wimbern war ein kleines Dorf, das Dorfbild war um 1900 durchweg von Fachwerkhäusern geprägt, wie die Abbildungen 6, 7, 9, 10, 13, 25 und 26 zeigen.

Die Themen der Gemeindeversammlung waren zwar breit gestreut aber doch landwirtschaftlich geprägt. 1894 beschäftigte man sich z.B. mit der Hundesteuer:

„Wer einen nicht mehr an der Mutter saugenden Hund hält, hat für denselben eine Steuer von 3 Mark zu zahlen.“

Weitere Themen waren die Jagdpacht, die Festsetzung des Entgeltes für Tagelöhner und Aspekte der Ziegenhaltung (siehe hier).

Ein erwähnenswertes kulturelles Ereignis aus den Jahren 1935/36 war der Auftritt einer Wimberner Laienspielschar (siehe Bild). Zu Aufführung kam das Stück „Siegfried“ aus dem Nibelungenlied auf einer eigens präparierten Waldbühne in der Nähe von Klein–Hamburg. Theaterdirektor war Heinz Spiekermann. Es spielten Paula Beringhoff (verh. Fischer) – Krimhild, Josefa Schüpstuhl (verh. Schmidt) – Brunhild, Willi Schüpstuhl – Siegfried und Heinz Schüpstuhl – Hagen.

Am 15.4.1937 wurde der Gemeinde Wimbern das Wappen verliehen. Die offizielle Beschreibung lautet: „Wappenschild Silber und Rot geteilt; oben ein halbes rotes Mühlrad mit neun schwarzen Schaufeln, unten ein gestürztes (auf den Kopf gestelltes) Faßeisen.“

Das Mühlrad weist hin auf die alte Mühlentradition am Mühlenbach (Graberbach). Das untere Feld entspricht dem Wappen des alten Amtes Menden, wobei das gestürzte Faßeisen einem alten Gerichtssiegel des Kurkölnischen Gerichts Menden aus dem 18. Jahrhundert entnommen ist. Die Farben Rot und Silber stehen für Westfalen.

1892 hatte Wimbern 233 „Seelen“, 1939 wurden 228 Einwohner gezählt. Die Bevölkerungszahl blieb 50 Jahre fast konstant.

Abbildung 11: Wimberner Laienspielschar zum Nibelungenlied 1935/36 (von links, stehend): Paula Beringhoff, Josefa Schüpstuhl, N.N., Willi, Heinz und Elisabeth Schüpstuhl, Karl Klaumann, Heinz  Spiekermann; (mittlere Reihe): Heinrich und Josef Schüpstuhl, Heinrich Bilge; (vordere Reihe): N.N., Josef Coerdt, Franz Schüpstuhl, genannt "Kress".
Abbildung 11: Wimberner Laienspielschar zum Nibelungenlied 1935/36 (von links, stehend): Paula
Beringhoff, Josefa Schüpstuhl, N.N., Willi, Heinz und Elisabeth Schüpstuhl, Karl Klaumann, Heinz
Spiekermann; (mittlere Reihe): Heinrich und Josef Schüpstuhl, Heinrich Bilge; (vordere Reihe): N.N., Josef
Coerdt, Franz Schüpstuhl, genannt „Kress“.

Der unselige zweite Weltkrieg hinterließ auch in Wimbern tiefe Spuren. Viele Wimberner Männer fielen im Krieg oder wurden vermißt. Fast alle wehrfähigen Männer waren eingezogen, so daß die Führung der Höfe allein den Frauen oblag. Zum Ausgleich für die Arbeitskraft der kriegsverpflichteten Männer kamen polnische und russische Fremdarbeiter auf die Bauernhöfe. Tagsüber mußten diese auf dem zugeteilten Bauernhof arbeiten, nachts wurden sie in der Werringser Schule zwangszusammengefaßt. Erst nach einiger Zeit schliefen die zuverlässigsten Polen auf den zugewiesenen Bauernhöfen.

Letztlich haben sich die Wimberner und Polen arrangiert und kamen relativ gut miteinander aus, so daß es auch nach der Kapitulation und der Befreiung der Fremdarbeiter in Wimbern nicht zu Ausschreitungen oder Vergeltungen der hier arbeitenden polnischen Männer gegen ihre ehemaligen Herrschaften kam.

Ein Opfer der Wirren der Nachkriegszeit wurde ein 16jähriges Mädchen, Edeltraut Mentken, das auf einem Wimberner Bauernhof ihr Pflichtjahr absolviert hatte. Ihr Schicksal bewegte im Nachkriegsjahr 1946 die Wimberner. Am 27.2.1946 sollte die Arbeitszeit von Edeltraut Mentken in Wimbern beendet sein. Ihre Mutter kam aus Herne, um sie abzuholen. Für die Rückreise nach Herne benötigte Edeltraud eine vom Bürgermeister beglaubigte Reisegenehmigung. Am Abend des 27. Februar verließ sie unter den Augen ihrer Mutter den Bauernhof Goeke, um beim Bürgermeister Großkettler diese Genehmigung zu holen. Edeltraut ist beim Bürgermeister nie angekommen. Dorfbewohner suchten Tage und Nächte nach dem Mädchen. Trotz aller polizeilicher Ermittlungen konnte sein Schicksal nie geklärt werden.

Auch eine Wiederaufnahme des Falles 23 Jahre später in der MENDENER ZEITUNG vom 4.3.1969 blieb ergebnislos.

Einschneidende Veränderungen der Bevölkerungszahl traten erst seit dem Ende des zweiten Weltkrieges auf.

Nach dem Krieg wurde Kaspar Großkettler von den Amerikanern wieder als Bürgermeister eingesetzt. Er hatte dieses Amt bereits von 1924 bis zur Machtübernahme durch die Nationalsozialisten bekleidet. Ihm folgte nach der Kommunalwahl 1948 Josef Sartorius, der von der Presse „Löwe von Wimbern“ bezeichnet wurde. 1951 stieg die Einwohnerzahl auf 561. Dieser enorme Anstieg auf mehr als das Doppelte im Vergleich zu 1939 ist durch die in Wimbern sich niederlassenden Steyler Missionsschwestern leicht zu erklären (s. Kap. Krankenhaus und Kloster).

In die Amtszeit von Josef Sartorius fiel u.a. der Ausbau der Wirtschaftswege und die Ausweisung von Bauland.

Mit der Erschließung des Baugebietes „Nachtigall“ bekam die Bevölkerungsstruktur und das dörfliche Leben einen neuen Impuls.

Abbildung 11: Wimberner Laienspielschar zum Nibelungenlied 1935/36 (von links, stehend): Paula Beringhoff, Josefa Schüpstuhl, N.N., Willi, Heinz und Elisabeth Schüpstuhl, Karl Klaumann, Heinz  Spiekermann; (mittlere Reihe): Heinrich und Josef Schüpstuhl, Heinrich Bilge; (vordere Reihe): N.N., Josef Coerdt, Franz Schüpstuhl, genannt "Kress".
Abbildung 11: Wimberner Laienspielschar zum Nibelungenlied 1935/36 (von links, stehend): Paula
Beringhoff, Josefa Schüpstuhl, N.N., Willi, Heinz und Elisabeth Schüpstuhl, Karl Klaumann, Heinz
Spiekermann; (mittlere Reihe): Heinrich und Josef Schüpstuhl, Heinrich Bilge; (vordere Reihe): N.N., Josef
Coerdt, Franz Schüpstuhl, genannt „Kress“.

Zwar hatte schon in früheren Zeiten etwa bis 1890 ein Haus oberhalb des heutigen Bolzplatzes gestanden, im Prinzip wurde aber auf dem ehemaligen Gelände des Freiherr von Böselager eine neue Siedlung geschaffen. 1949/50 begannen die ersten Bauarbeiten, und zwar für das Haus Weische (In der Nachtigall 3), zuerst fertiggestellt wurde aber das gegenüberliegende Gemeindehaus (heute Wiggeshoff und Düllberg, In der Nachtigall 2 bzw. 4). Danach entstanden die weiteren Häuser, insgesamt wird dieser Siedlungsteil heute als „Alte Nachtigall“ bezeichnet. Von 1951 bis 1982 befand sich im Hause Weische die Gaststätte „Zur Waldeslust“. Eine Reihe von Vorstandssitzungen des Schützenvereins fand in der Zeit hier statt. Die angegliederte Gartenwirtschaft war ein beliebtes Ausflugs– und Wanderziel, wie die Abbildung 12 zeigt. Von 1954 bis 1966 führte das Haus Weische auch einen Lebensmittelladen.

Abbildung 13: Eine Postkarte der Gaststätte Fildhaut, etwa um 1924. Bei den Fenstern rechts war ein Lebensmittelladen eingerichtet.
Abbildung 13: Eine Postkarte der Gaststätte Fildhaut, etwa um 1924. Bei den Fenstern rechts war ein Lebensmittelladen eingerichtet.

Wesentlich älter war und ist die Gastwirtschaft Fildhaut „Im kühlen Grunde“ (Abbildung 13), bei der laut Protokollbuch schon 1923 eine Generalversammlung des Schützenvereins abgehalten wurde. Als die Familie Fildhaut 1922 das Haus von Beringhoff kaufte, befand sich darin schon ein Lebensmittelladen, der übernommen und weitergeführt wurde. Überhaupt erfüllte das Haus Fildhaut mehrere Dienstleistungen. Von 1927 bis 1963 hatte man zahlreiche Sommergäste, die aus dem Ruhrgebiet kamen und im schönen Wimbern Urlaub machten. Zur Spitzenzeit waren es mal 32 Dauergäste, die alle im Hause die Vollpension einnahmen, aber teilweise sogar auf benachbarten Höfen untergebracht werden mußten.

Von 1929 bis 1979 befand sich hier die Poststelle.

Von 1935 bis 1972 betrieb man auf dem jetzigen Parkplatz eine „TOTAL“-Tankstelle, bei der man auf eine Klingel drücken mußte, damit der alte Fildhaut, genannt „Ö“ oder sein Sohn „Gastrat“ zum auftanken kamen.

Als weitere Gastwirtschaft im Ort steht heute die „Alte Poststation“ auf historischem Grund an der Kreuzung B7 und B 63. Die Gastwirtschaft im Posthaus Am Schlünder war 1870 nach Schließung der Poststation aufgegeben worden.

In Erinnerung an die alte Tradition wurden 1974 von der Familie Walter Berentzen Schankwirtschaft und Restaurant nach umfangreichen Baumaßnahmen dem Pächter übergeben. Auch hier finden turnusmäßig Vorstandssitzungen des Schützenvereins statt. Heute führen Eheleute Hans-Joachim und Beatrix Zarth die Gaststätte.

Schon zu Beginn der 60er Jahre kam es zu weiterer Nachfrage bezüglich Bauland. Vor allem das Krankenhaus und das Wickeder Eisen– und Stahlwerk suchten geeignetes Bauland für ihre Mitarbeiter.

Zu der Zeit verfolgte Bürgermeister Sartorius das Ziel, Baugelände für die „eigene Industrie“ (WP 1.2.1960) bereitzuhalten. Wie vehement er sich dafür einsetzte, zeigt ein Leserbrief, den Josef Sartorius am 1.2.1960 in der WESTFALENPOST schrieb.

„Wimbern hat Land, Wickede hat Geld und Baulustige in Scharen. Wir Wimberaner verkaufen unsere Erstgeburt nicht für ein Linsengericht … . Daß wir für Wickeder Baulustige das Bauland stellen sollen, ist uns doch gewiß nicht zumutbar. Unsere Aufgabe ist es, für unsere eigene Industrie Baugelände zur Verfügung zu stellen, damit sie ihre Fachkräfte im Ort seßhaft machen kann.“

Mit der Industrie in Wimbern wurde es nichts, wie man heute weiß, aber Bauplätze wurden auf Beschluß des Wimberner Gemeinderates östlich der alten Nachtigall ausgewiesen.

1970 waren hier die ersten Baustraßen fertig, und der Bau der neuen Siedlung begann.

Inzwischen ist die Siedlung zu einem stattlichen Ortsteil herangewachsen. Die überwiegende Zahl der hier lebenden Männer ist mittlerweile Mitglied im Schützenverein, viele Könige stammen aus der Nachtigall, und es wird immer darauf geachtet, daß im Vorstand des Schützenvereins auch Mitglieder aus diesem Dorfteil vertreten sind.

Aber auch innerhalb der Siedlung wurden die Bewohner aktiv.

Am 28.1.1975 wurde von 16 Personen die Freizeitsportgemeinschaft (FSG) gegründet, die für alle Wimberner ein aktives Freizeitprogramm für Familien anbietet. Dem Verein steht ein Bolzplatz mit Schutzhütte und Kinderspielgeräten zur Verfügung. Auf Grund der vielen Aktivitäten (u.a. Weihnachtsfeier in der Schützenhalle) ist die FSG ein bestimmender Faktor im Wimberner Dorfleben mit hoher Akzeptanz in der gesamten Bevölkerung.Dem Verein gehören inzwischen 80 Familien aus allen Wimberner Dorfteilen an.

Das Jahr 1969 brachte durch die kommunale Neuordnung für Wimbern die wichtigste Veränderung überhaupt.

Wimbern war immer mit Menden verbunden. Seit der Preußenzeit gehörte das Amt Menden mit Wimbern zum Kreis Iserlohn.

Ab dem 1.7.1969 gehört Wimbern zur Gemeinde Wickede und damit zum Kreis Soest. Wimbern wurde Ortsteil der Gemeinde Wickede. Gegen diese Neuordnung hatten sich die Wimberner, an ihrer Spitze Josef Sartorius, nach Kräften gewehrt, ging doch so ein Stück Selbständigkeit verloren.

Beim Verfassungsgericht des Landes NRW wurde gegen diese Maßnahme sogar Verfassungsbeschwerde eingelegt. Man warf dem Gesetzgeber „… Ermessensmißbrauch vor, weil er den Willen der Wimberner Bevölkerung ohne Notwendigkeit mißachtet hat.“ (MENDENER ZEITUNG vom 28.6.1969)

In der letzten Sitzung des Wimberner Gemeinderates, am 26.6.1969, an der auch Amtsdirektor Vaßen aus Menden teilnahm, wurden Dankesworte für die bisherige Zusammenarbeit gewechselt. Wimberns „Gemeindeväter nahmen wehmütig Abschied vom Amt Menden.“ (MENDENER ZEITUNG vom 28.6.1969).

Als eine der ersten Handlungen des Wickeder Rates wurde Franz Schröder zum Ortsvorsteher von Wimbern gewählt. Seit 1984 bekleidet Wolfgang Sartorius diese Amt.

Bei der kommunalen Neuordnung 1969 hatte Wimbern 941 Einwohner, am 31.12.1980 waren es 898 und am 31.12.1990 wurden 913 Einwohner (376 männliche, 587 weibliche) gezählt. Diese 913 Einwohner verteilen sich zu einem Drittel auf den Bereich Krankenhaus/Kloster (davon ca. 165 Ordensschwestern), zu einem weiteren Drittel auf die Siedlung Nachtigall und zu einem Drittel auf den alten Ortsteil mit Ober– und Unterdorf.

Im Jahre 1991 bereitet sich Wimbern nicht nur auf das 100jährige Jubiläum des Schützenvereins vor. Für 1991 steht der Bau der Kanalisation des alten Ortsteiles einschließlich Klein–Hamburg an. Ein anderes „heißes“ Thema ist in diesem Jahr die Frage, ob das Baugebiet „Nord“ oder „Ost“ Vorrang haben soll.

Kirchliche Organisation

Im Jahre 1821 gab es eine wichtige Änderung hinsichtlich der kirchlichen Organisation. Das ehemalige kurkölnische Sauerland mit der Pfarrei Menden wurde von der seit Menschengedenken bestehenden Zugehörigkeit zur Erzdiözese Köln gelöst und der Diözese Paderborn zugeordnet. Jahrhundertelang war St.Vinzenz in Menden die Pfarrkirche für Wimbern. Der Kirchweg nach Menden war weit und oft beschwerlich. In der St.–Michaels–Kapelle in Werringsen, die wahrscheinlich vor 1700 erbaut wurde, wurde kein regelmäßiger Gottesdienst gehalten. Erst mit dem Bau der St.Johannes-Kapelle in Barge, die am 3. Okt. 1838 eingeweiht wurde, war für die Wimberner ein günstiger gelegenes Gotteshaus verfügbar.

Die Kapelle, erbaut vom damaligen Gutsbesitzer Franz Sauer, wurde 1915 zur heutigen Kirche erweitert. Seit 1915 hat Barge auch einen eigenen Friedhof.

Wimbern gehörte zur Gemeinde St. Johannes Baptist, Barge. Die Wimberner, vor allen die aus dem alten Ortsteil, haben in Barge die Sakramente empfangen und auch die Familiengruften auf dem Barger Friedhof machen die Zugehörigkeit der Wimberner zu Barge deutlich. Im Kirchenvorstand waren stets Wimberner Männer vertreten.

Zu Barge bestehen also über Generationen gewachsene Bindungen.

Diesen gewachsenen Bindungen zum Trotz wurde Wimbern am 1.5.1981 zur St. Antoniusgemeinde Wickede umgemeindet. Begründet wurde diese Umgemeindung damit, „…die Grenzen der politischen Gemeinde mit denen der Kirchengemeinde möglichst deckungsgleich zu haben“ (Schreiben des Generalvikariats vom 11.12.1977). Die Verwaltung in Paderborn wollte also der kommunalen Neuordnung von 1969 Rechnung tragen: Wenn Wimbern politisch zur Gemeinde Wickede gehört, dann auch pfarrgemeindlich zur Wickeder Antoniusgemeinde.

Das Denken in Gebieten und Grenzen hatte also Vorrang vor den Bindungen und bekundeten Interessen der betroffenen Menschen.

Gegen diese Umgemeindung haben sich die Barger und Wimberner nach Kräften und mit demokratischen Mitteln gewehrt. Auf einer eigens einberufenen Versammlung der Gemeindemitglieder im Jugendheim Barge im Jahre 1980 wurde den anwesenden Herren des Generalvikariats deutlich gemacht, wie sehr Wimbern sich zu Barge gehörig fühlt. Aber alle Argumente, ja Bitten waren umsonst.

Zur Verdeutlichung muß an dieser Stelle gesagt werden, daß die Entscheidung der Bürger für Barge nicht gegen die Wickeder Antoniusgemeinde oder gar deren Geistlichkeit gerichtet sein konnte. Die Umgemeindung wurde ja schließlich nicht von den Wickedern betrieben.

Die von den Bargern und Wimbernern vorgebrachten Überlegungen und Argumente für die Beibehaltung der alten Strukturen sind allerdings in Paderborn gehört und bedacht worden: Der Fall „Wimbern“ wurde öfters im Generalvikariat beraten.

Fiel die erste Entscheidung – mitgeteilt durch ein Schreiben vom 19.9.1979 – noch relativ hart aus („…hat der Geistl. Rat unter Vorsitz des H.H. Erzbischofs entschieden, daß die geplante Umgemeindung durchgeführt wird.“), beschäftigte sich der Geistl. Rat in einer Sitzung am 29.5.1980 nochmals mit der Umgemeindung. Das Ergebnis teilte der Erzbischof am 26.6.1980 der Kirchengemeinde St. Johannes Baptist in Barge schriftlich mit:

„Der Geistl. Rat hat sich in seiner Sitzung am 29.5.1980 mit der Umgemeindungsmaßnahme, die das Gebiet Wimbern betrifft, befaßt. Zur Beratung aller im bisherigen Schriftverkehr und in den geführten mündlichen Verhandlungen aufgeworfenen Problemfragen waren die Regionaldekane des Erzbistums geladen. Wir sind nach sorgfältiger und eingehender Prüfung zu der Entscheidung gekommen, die vorgesehene Umgemeindung durchzuführen, aber gleichzeitig den Seelsorger, der die Kirchengemeinde St. Joh. Bapt., Barge, betreut, mit den Rechten eines vicarius cooperator für das Gebiet Wimbern auszustatten. Diese Lösung stellt einen Kompromiß dar. Sie erscheint – im Hinblick auf alle, im Detail im Schriftverkehr dargestellten Gründe – als annehmbar und wird, so hoffe ich sehr, den Frieden in der Gemeinde wieder herstellen“.

Damit wurde eine Regelung gefunden, die auch weiterhin die seelsorgerische Betreuung Wimberns von Barge offiziell ermöglicht.

Tatsache ist bis heute, daß die Wimberner Bürger – vor allem des alten Ortsteiles – weiterhin zu Barge tendieren, dort zur Kirche gehen, dort die Sakramente empfangen und auch weiterhin dort beerdigt werden.

Abbildung 14: Der Innenraum der Barger Kirche, wie er ursprünglich gestaltet war, im Jahr der Glockenweihe, am 14. März 1926.
Abbildung 14: Der Innenraum der Barger Kirche, wie er ursprünglich gestaltet war, im Jahr der Glockenweihe, am 14. März 1926.

Tatsache ist allerdings auch, daß ein Teil der Bürger des Ortsteiles Nachtigall – vor allem der neuen Siedlung – eine solche geschichtlich gewachsene Bindung an Barge nicht hat und sich stärker an die Antoniusgemeinde Wickede angebunden fühlt (Kirchgang, Meßdiener, Funktionsträger). Diese verständliche Hinwendung der Gläubigen zu Wickede umfaßt zwar nur den kleineren Teil der Wimberner Bürger, trotzdem ist eine gewisse Aufspaltung nicht wegzudiskutieren.

Von 1980 bis 85 wurde das Barger Pfarrfest in der Wimberner Schützenhalle gefeiert.

Abbildung 15: Schützenmesse im Jahre 1951. Im Vergleich zu Abbildung 14 wird die Veränderrung in der Kirche recht deutlich. Die Kanzel befindet sich bereits nicht mehr im Chorraum. Hochaltar, Kommunionbank und Seitenaltäre sind heute ganz verschwunden. Am Altar dienen die Schützenbrüder Franz Fildhaut (links) und Heinrich Schröder. Vikar Stracke hät die Messe. Zur Fahnenabordnung vorne gehören v.l.n.r.: Franz Korte, Frenz Schüpstuhl und Walter Fildhaut.
Abbildung 15: Schützenmesse im Jahre 1951. Im Vergleich zu Abbildung 14 wird die Veränderrung in der Kirche recht deutlich. Die Kanzel befindet sich bereits nicht mehr im Chorraum. Hochaltar, Kommunionbank und Seitenaltäre sind heute ganz verschwunden. Am Altar dienen die Schützenbrüder Franz Fildhaut (links) und Heinrich Schröder. Vikar Stracke hät die Messe. Zur Fahnenabordnung vorne gehören v.l.n.r.: Franz Korte, Frenz Schüpstuhl und Walter Fildhaut.

Im Oktober 1989 wurde in Barge erstmals ein Pfarrgemeinderat gewählt, wahlberechtigt waren zwar nur die Gemeindemitglieder aus Barge, Niederbarge, Brockhausen und Werringsen, gewählt wurden aber auch drei Wimberner Vertreter. Ein Zeichen dafür, daß auch die Barger weiterhin der Meinung sind, daß Wimbern zur Kirche in Barge dazugehört. Nachdem die Pfarrstelle seit dem Weggang von Pastor Schmerbach am 25.10.1987 nicht besetzt war, und Barge von den Geistlichen St. Vinzenz‘ Menden mitbetreut wurde, hat Barge seit dem 1.2.1990 wieder einen eigenen Geistlichen, Pastor Herbert Papp, der auch die Rolle des Präses für die Bruderschaft übernommen hat.

Feuerwehr

Die Feuerwehr in Wimbern kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Nachstehende Fakten sind dem schon erwähnten Gemeindeprotokollbuch entnommen.

Gemäß Protokoll vom 9. Juni 1847 hat sich der Gemeinderat von Wimbern damals mit der Anschaffung einer „Feuerspritze“ und dem Bau eines „Spritzenhauses“ befaßt. Dem anwesenden Mendener Amtmann Alsing, der die Anschaffung befürwortet, wird die Freude zu erkennen gegeben „darüber, daß endlich einmal einer ihrer sehnlichsten Wünsche realisiert werden sollte, indem durch Anschaffung einer Spritze dem nöthigsten Gemeinde–Bedürfnisse abgeholfen wird“. Außerdem ist in dem Protokoll gesagt, daß bereits 1844 für eine gemeinschaftliche Spritze (mit Oesbern) Geld gezahlt worden war. Weiter geht daraus hervor, daß es 1847 in Menden für das Amt Menden eine „Amtsspritze“ gab. Demnach mußte damals, wenn es in Wimbern brannte, die „Amtsspritze“ von Menden geholt werden. Da gab es dann wohl meist nicht mehr viel zu löschen.

Im Jahre 1848 wurde dann tatsächlich eine eigene Feuerspritze angeschafft. Gemäß Gemeindeprotokoll vom 2. April 1848 wurde an diesem Tag „die neue Spritze probiert und die Versammlung hatte allen Grund mit den Leistungen derselben zufrieden zu sein“. Weiter heißt es: „Der Schlauch ließ zwar noch einiges Wasser durch, wir hegen indeß die Hoffnung, daß nach mehrmaligem Gebrauch und tüchtigem Einschmieren sie genügen wird“.

Die Aufbewahrung der Spritze übernahm der Posthalter Schlünder. 1885 wurde überlegt, das der Gemeinde gehörige „Schweinshaus, das sich in polizeiwidrigem Zustande befindet“ als Spritzenhaus umzubauen. 1888 wurde dann beschlossen, noch in diesem Jahr auf dem Grundstück „Bauerschaft“ (Gemeinde) ein Spritzenhaus zu bauen.

Im Jahre 1933 fand in der Volksschule Werringsen eine Versammlung statt, mit dem Ziel eine Feuerwehr neu zu gründen. Erschienen waren Bürger aus Oesbern, Werringsen und Wimbern. Schon dort zeichnete sich ab, daß die alte Verbindung Wimbern/Oesbern auch für diese Aufgabe zum Tragen kommen sollte. Zum Brandmeister wurde Zimmermeister Heinrich Quenter sen. gewählt.

„Am 2.8.1934 fand die endgültige Gründung eines Halblöschzuges Wimbern=Oesbern statt. Um die Gemeinden vor höheren Kosten zu schützen wurde der Löschzug für beide Gemeinden eingesetzt. Schon kurz nach Gründung wurde die Wehr am 4.10.1934 zu einem Großbrand gerufen (Scheunenbrand auf dem Beringhoff mit Erntevorräten).“

Am 1. Juli 1938 übernahm Willi Schulte aus Wimbern die Führung des Löschzuges, nachdem zwischenzeitlich auch Theodor Osterhaus und Franz Coerdt die Wehr geleitet hatten.

„Am 14.5.1943 wurde der Löschzug bei der Möhnehochwasserkatastrophe zur Leichenbergung an der Grenze Wimbern–Wickede–Echthausen eingesetzt. Infolge des Krieges mußten seitens des Löschzuges der Fliegeralarm und Brandwache übernommen werden, welche zur Zufriedenheit der Dorfbewohner und zum Schutze der Allgemeinheit durchgeführt wurden.

Am 14.1.1950 fand die Trennung der Löschzüge Oesbern=Wimbern statt. Die Betreuung von Werringsen, Barge und Niederbarge verblieb dem Löschzug Wimbern. Im Jahre 1951 wurde erstmals von dem Gerätehausneubau gesprochen. Der 1. Spatenstich wurde am 20.10.1951 von Herrn Bürgermeister Sartorius getan. Die Arbeiten an dem Gerätehaus wurden von den Kameraden selbst unter Mithilfe anderer Wehren und Leuten aus der Gemeinde durchgeführt.“ (aus: Festschrift der Feuerwehr vom 4.6.1955)

Die feierliche Übergabe des neuen Gerätehauses des Löschzuges Wimbern erfolgte am 4. Juni 1955 durch Herrn Bürgermeister Josef Sartorius in Anwesenheit offizieller Vertreter der Amtsverwaltung Menden.

Am 30.12.1959 wurde das erste Löschfahrzeug übergeben.

Etwa zehn Jahre später, am 1.7.1969, erfolgte die Trennung von der Amtswehr in Menden und der Anschluß an die Gemeindefeuerwehr Wickede (Ruhr).

Eine Jugendfeuerwehr hatte Wimbern von 1974 – 1984.

Das 50jährige Jubiläum der Feuerwehr wurde im Herbst 1984 in der Schützenhalle groß gefeiert, und zwar wie alle Feuerwehrfeste am zweiten Samstag im September.

Die Löschgruppe besteht zur Zeit aus 21 aktiven Feuerwehrmännern und vier Mann in der Altersabteilung. Darüber hinaus gibt es 45 passive Mitglieder. Löschgruppenführer der Wimberner Feuerwehr ist zur Zeit Günter Gutland.

Abbildung 16: Die Freiwillige Feuerwehr Wimbern/Oesbern im Jahre 1938 mit der alten Handdruckspritze (von links): Fritz Knieper (Wimbern), Peter Gurris (Oesbern), Theodor Osterhaus (Lütkenheide), Wilhelm Schulte ? (Wimbern), Theo Schulte (Oesbern), Josef Schüpstuhl (Wimbern), N.N., N.N.
Abbildung 16: Die Freiwillige Feuerwehr Wimbern/Oesbern im Jahre 1938 mit der alten Handdruckspritze
(von links): Fritz Knieper (Wimbern), Peter Gurris (Oesbern), Theodor Osterhaus (Lütkenheide), Wilhelm
Schulte ? (Wimbern), Theo Schulte (Oesbern), Josef Schüpstuhl (Wimbern), N.N., N.N.

Schulverhältnisse

Lange Zeit mußten die Kinder von Wimbern nach Werringsen zur Schule gehen. Wahrscheinlich hat die Schule in Werringsen schon vor 1700 bestanden.

Von 1774 bis 1808 war dort ein Lehrer Wilhelm Geldermann tätig, der seinen Dienst „wegen häuslicher und familiärer Verhältnisse“ kündigte. Ihm folgte der Lehrer Josef Syre, der vorher Lehrer in Niederalbaum (bei Kirchhundem) gewesen war.

Im Jahre 1832 visitierte der aus Barge stammende bedeutende Schulreformator Friedrich Adolf Sauer (geb. 1.1.1765, gest. 14.2.1839) die Werringser Schule. Daraufhin schrieb die Königlich Preußische Regierung zu Arnsberg einen Brief an den die Schulaufsicht führenden Pfarrer zu Menden. Dieser nachstehend im Wortlaut wiedergegebene Brief zeigt anschaulich die damaligen Schulverhältnisse:

„An

den Herrn Pfarrer Goebel

zu Menden

In Schul S(achen)

Aus dem vom Herrn Consistorial Rath Sauer über die am 26.v(origen) M(onats) in Werringsen abgehaltene Schulprüfung, erstatteten Berichte, verglichen mit den über die nehmliche Schule unterm 26. Oct. 1823 und 25 July 1830 eingereichten Berichten ersehen wir eines Theils gern, daß diese Schule einige Schritte vorwärts gemacht, jedoch den Punct noch nicht erreicht hat, daß sie unter die guten Schulen gezählt werden könne. Die obere Klasse hat ziemlich, die untere aber noch schlecht gelesen. Es fehlt im Lesen der eigentlich sinngemäße Ton. Die Katechese über das Lesestück der oberen Klasse hat genügt. Im Schönschreiben ist es zum Leserlichen gebracht, in der practischen Sprachlehre wie auch im schriftlichen Gedanken–Ausdrucke ist wenig geschehen. Das Kopfrechnen ist zu wenig geübt, was auch zum Theil noch der Fall mit dem schriftlichen Rechnen ist. In der Geographie und Naturkunde ist wenig gethan: es fehlt dazu an Lehrmitteln. Der Gesang und besonders der Kirchengesang ist zu wenig geübt, und trägt das Wenige was darin geschehen ist, zur Bildung der Jugend noch nichts bei. Der Lehrer führt keine Listen über den Schulbesuch, Fleiß und Aufführung seiner Schüler, kein Absenten–Verzeichniß, und kann also in keiner Weise Auskunft und Rechenschaft über seine Schule geben, die Absentenliste zur Bestrafung, wie es vorgeschrieben ist, nicht einreichen. Es liegt darin ein Beweiß, daß er für seine Schule wenig Interesse habe. Sie haben ihn hiervon in Kenntniß zu setzen, mit dem Anfügen, daß wir hoffen wollen, bei einer anderweiten Prüfung die Schule in einem mehr vorgerückten Zustande zu finden. Es wäre wünschenswert, daß der Lehrer Syre Schulen besuche, welche als Elementarschulen den gehörigen Standpunct einnehmen. Schulen von gleichen Verhältniß sind zu Voßwinkel und Neheim, welche den an sie gemachten Anforderungen besser entsprechen.

Arnsberg den 16. July 1832.

Königliche Regierung Abt. des Innern.

(Unterschrift)“

Erst im Jahre 1893 erhielt Wimbern eine eigene einklassige Schule an der heutigen Bundesstraße 7 (Arnsberger Straße 16).

Bekannte Lehrer zu der damaligen Zeit waren Leo Brüser und Theodor Voß. Theodor Voß war von 1902 bis 1910 auch Rendant des Schützenvereins.

Leo Brüser – älteren Wimbernern bekannt für seine strenge Hand – kam am 1. April 1912 an die Wimberner Volksschule und führte sie bis zum 1.Oktober 1937. Zwischenzeitlich versah er zusätzlich die Organistenstelle in Barge. Danach übernahm Lehrer Josef Guntermann die Schule. Kurz vor dem zweiten Weltkrieg wurde die Wimberner Schule aufgelöst.

Nachfolgend finden sich Schulfotos aus verschiedenen Jahren (Abb. 17 bis 19).

Abbildung 17: Schulfoto 1921. Lehrer Leo Brüser mit den 60 Kindern der Wimberner Schule. Ein Zeichen für die bescheidenen Verhältnisse der damaligen Zeit sind die aus Sparsamkeitsgründen   kahlgeschorenen Köpfe der Jungen und die Nagelschuhe, die vor schnellem Verschleiß auf den  schlechten Wegen schützten (hintere Reihe, von links): Josef Risse, Josef Spiekermann, Karl Schröder,  Aloys Niels, Franz Schröder, Egon Gurris, Josef Goeke, Heinrich Schröder, Josef Bilge (Pater); (zweite  Reihe von hinten): Theresia Schüpstuhl, Maria Fischer, Hildegard Hartmann, Maria Risse, Maria  Schüpstuhl, Toni Beringhoff, Aloysia Schröder, Minchen Spiekermann, Sofia Ossenbrink, Mia Goeke;  (dritte Reihe von hinten): Josefine Spiekermann, Elisabeth Schüpstuhl, Toni Bilstein, Maria Schüpstuhl,  Elisabeth Coerdt, Elisabeth Beringhoff, Klara Germakowsky, Agnes Fischer, Paula Bilstein, Änne Fischer, Franziska Fischer; (vierte Reihe von hinten): Anna Coerdt, Maria Bilge, Mize Vogel, Josefa Schüpstuhl,  Maria Schröder, Maria Fildhaut, Hedwig Fischer, Berta Blunk, Agnes Langes, Maria Beringhoff, Elisabeth  Fildhaut; (fünfte Reihe von hinten): Aloys Vogel, Willi Müller, Elisabeth Schüpstuhl, Franziska Bilge,  Gertrud Müller, Franziska Langes, Caspar Bilge, Josef Schüpstuhl, Josef Fildhaut, Heinz  Beringhoff; (sechste Reihe von hinten): Josef Fischer, Willi Neuhaus, Willi Germakowsky, Heinrich Bilge,  Heinz Schüpstuhl, Josef Nophut, Heinz Spiekermann, Franz Schüpstuhl, Paul Goeke.
Abbildung 17: Schulfoto 1921. Lehrer Leo Brüser mit den 60 Kindern der Wimberner Schule. Ein Zeichen
für die bescheidenen Verhältnisse der damaligen Zeit sind die aus Sparsamkeitsgründen
kahlgeschorenen Köpfe der Jungen und die Nagelschuhe, die vor schnellem Verschleiß auf den
schlechten Wegen schützten (hintere Reihe, von links): Josef Risse, Josef Spiekermann, Karl Schröder,
Aloys Niels, Franz Schröder, Egon Gurris, Josef Goeke, Heinrich Schröder, Josef Bilge (Pater); (zweite
Reihe von hinten): Theresia Schüpstuhl, Maria Fischer, Hildegard Hartmann, Maria Risse, Maria
Schüpstuhl, Toni Beringhoff, Aloysia Schröder, Minchen Spiekermann, Sofia Ossenbrink, Mia Goeke;
(dritte Reihe von hinten): Josefine Spiekermann, Elisabeth Schüpstuhl, Toni Bilstein, Maria Schüpstuhl,
Elisabeth Coerdt, Elisabeth Beringhoff, Klara Germakowsky, Agnes Fischer, Paula Bilstein, Änne Fischer,
Franziska Fischer; (vierte Reihe von hinten): Anna Coerdt, Maria Bilge, Mize Vogel, Josefa Schüpstuhl,
Maria Schröder, Maria Fildhaut, Hedwig Fischer, Berta Blunk, Agnes Langes, Maria Beringhoff, Elisabeth
Fildhaut; (fünfte Reihe von hinten): Aloys Vogel, Willi Müller, Elisabeth Schüpstuhl, Franziska Bilge,
Gertrud Müller, Franziska Langes, Caspar Bilge, Josef Schüpstuhl, Josef Fildhaut, Heinz
Beringhoff; (sechste Reihe von hinten): Josef Fischer, Willi Neuhaus, Willi Germakowsky, Heinrich Bilge,
Heinz Schüpstuhl, Josef Nophut, Heinz Spiekermann, Franz Schüpstuhl, Paul Goeke.
Abbildung 18: Schulfoto 1924. Lehrer Leo Brüser mit 45 Kindern im Garten neben der Schule.  Schulgebäude im Hintergrund (hintere Reihe, von links): Harro Sauer, Josef Fildhaut, Heinrich Schröder,  Caspar Bilge, Karl Schröder, Heinz Beringhoff, Josef Langes; (zweite Reihe): Josef Schröder (Pater), Willi  Germakowsky, Heinz Spiekermann, Franz Schüpstuhl, Lehrer Brüser, Josef Schüpstuhl, Alfons Lange,  Heinz Schüpstuhl, Josef Fischer; (dritte Reihe): Änne Coerdt, Maria Beringhoff, Elisabeth Schüpstuhl,  Maria Schröder, Lehrer Brüser, Franziska Bilge, Elisabeth Filthaut, Maria Bilge, Gertrud Müller; (vierte  Reihe): Agnes Langes, Hedwig Fischer, Franziska Fischer, Antonia Drees, Käthe Drees, Sophie  Ossenbrink, N.N., Hilde Hartmann, Paula Bilstein, Josephine Spiekermann, Josepha Schüpstuhl, Maria  Filthaut; (fünfte Reihe): Paul Spiekermann, Franz Fischer, Anna Schüpstuhl, Franziska Langes, Maria  Spiekermann, Hilde Fildhaut, Willi Müller, Josef Schüpstuhl.
Abbildung 18: Schulfoto 1924. Lehrer Leo Brüser mit 45 Kindern im Garten neben der Schule.
Schulgebäude im Hintergrund (hintere Reihe, von links): Harro Sauer, Josef Fildhaut, Heinrich Schröder,
Caspar Bilge, Karl Schröder, Heinz Beringhoff, Josef Langes; (zweite Reihe): Josef Schröder (Pater), Willi
Germakowsky, Heinz Spiekermann, Franz Schüpstuhl, Lehrer Brüser, Josef Schüpstuhl, Alfons Lange,
Heinz Schüpstuhl, Josef Fischer; (dritte Reihe): Änne Coerdt, Maria Beringhoff, Elisabeth Schüpstuhl,
Maria Schröder, Lehrer Brüser, Franziska Bilge, Elisabeth Filthaut, Maria Bilge, Gertrud Müller; (vierte
Reihe): Agnes Langes, Hedwig Fischer, Franziska Fischer, Antonia Drees, Käthe Drees, Sophie
Ossenbrink, N.N., Hilde Hartmann, Paula Bilstein, Josephine Spiekermann, Josepha Schüpstuhl, Maria
Filthaut; (fünfte Reihe): Paul Spiekermann, Franz Fischer, Anna Schüpstuhl, Franziska Langes, Maria
Spiekermann, Hilde Fildhaut, Willi Müller, Josef Schüpstuhl.
Abbildung 19: Klassenfoto um 1934. In einem Klassenraum wurden all acht (!) Schuljahre von Lehrer  Brüser zusammen unterrichtet. Auf dem ovalen Bild im Hintergrund stand: "Beklage nie den Morgen, der  Müh' und Arbeit gibt, es ist so schön zu sorgen, für Menschen die man liebt". Diesen Spruch hatten  Schüler ihrem Lehrer sinnigerweise geschenkt (rechte Bankreihe, vordere Reihe, von links): Gertrud  Fildhaut, Anni Hornkamp; (zweite Reihe): Willi Fischer, Liesel Schüpstuhl, Werner Goeke, Helmut Fildhaut; (dritte Reihe): Paul Fildhaut, Willi Schüpstuhl, Heinz Schüpstuhl; (vierte Reihe): Paul Fischer, Wolfgang  Sartorius, Otto Weisel; (fünfte Reihe): Elfriede Weisel, Hildegard Goeke, Agatha Langes Franziska Luig;  (sechste Reihe): Anno Müller, Alfons Langes, Franz Schüpstuhl, Theo Knieper; (siebte Reihe): Luise  Fildhaut, Elfriede Fildhaut, Agnes Luig; (linke Bankreihe, vordere Reihe): Berni Hornkamp, Siegfried  Sartorius; (zweite Reihe): Franz Eberhard Risse, N.N., Alfons Goeke; (dritte Reihe): Heinz Hornkamp, Willi  Luig ; Franz Goeke; (vierte Reihe): Walter Fildhaut, Kaspar Fischer, Eduard Weisel; (fünfte Reihe): Mia  Knieper, Else Hornkamp, Ria Schüpstuhl.
Abbildung 19: Klassenfoto um 1934. In einem Klassenraum wurden all acht (!) Schuljahre von Lehrer
Brüser zusammen unterrichtet. Auf dem ovalen Bild im Hintergrund stand: „Beklage nie den Morgen, der
Müh‘ und Arbeit gibt, es ist so schön zu sorgen, für Menschen die man liebt“. Diesen Spruch hatten
Schüler ihrem Lehrer sinnigerweise geschenkt (rechte Bankreihe, vordere Reihe, von links): Gertrud
Fildhaut, Anni Hornkamp; (zweite Reihe): Willi Fischer, Liesel Schüpstuhl, Werner Goeke, Helmut Fildhaut;
(dritte Reihe): Paul Fildhaut, Willi Schüpstuhl, Heinz Schüpstuhl; (vierte Reihe): Paul Fischer, Wolfgang
Sartorius, Otto Weisel; (fünfte Reihe): Elfriede Weisel, Hildegard Goeke, Agatha Langes Franziska Luig;
(sechste Reihe): Anno Müller, Alfons Langes, Franz Schüpstuhl, Theo Knieper; (siebte Reihe): Luise
Fildhaut, Elfriede Fildhaut, Agnes Luig; (linke Bankreihe, vordere Reihe): Berni Hornkamp, Siegfried
Sartorius; (zweite Reihe): Franz Eberhard Risse, N.N., Alfons Goeke; (dritte Reihe): Heinz Hornkamp, Willi
Luig ; Franz Goeke; (vierte Reihe): Walter Fildhaut, Kaspar Fischer, Eduard Weisel; (fünfte Reihe): Mia
Knieper, Else Hornkamp, Ria Schüpstuhl.

Ab dann gingen die Wimberner Kinder in die Volksschule Barge, heute Ruhrtalklinik, davor noch Körperbehindertenschule.

Natürlich mußten die Kinder zu Fuß zur Schule. Einen Schülertransport wie heute gab es damals nicht.

Mit der gemeindlichen Neugliederung wurde der Schulverband Oesbern/ Wimbern und damit die Barger Schule 1969 aufgelöst. Die Wimberner Kinder besuchen seit der Zeit die Wickeder Grundschulen, zuerst die Engelhardtschule und heute die Melanchthonschule, zu der sie mit dem Schulbus gebracht werden.

Krankenhaus und Kloster

Als die Steyler Missionsschwestern nach dem zweiten Weltkrieg mit Ordensnachwuchs reich gesegnet waren, erfüllte das bisherige Provinzhaus „Marienau“ (in der Nähe von Koblenz) nicht mehr die Anforderungen.

Auf der Suche nach einem neuen geeigneten Objekt wiesen zwei Wimberner Söhne, die Steyler Patres P. Josef Schröder und P. Josef Bilge, auf die Ländereien des Freiherrn von Boeselager hin.
60 Morgen Land kaufte der Orden nach langen Verhandlungen vom Freiherrn. Der Kaufvertrag wurde am 13. Juli 1950 unterzeichnet.

Abbildung 20: Die Holzbaracken. Ansicht vom Garten aus.
Abbildung 20: Die Holzbaracken. Ansicht vom Garten aus.

In diesem Zusammenhang wurde dem Orden die Sonderanlage „Ruhr–Sauerland“, die sogenannten Baracken, angeboten. Die „Baracken“, ursprünglich ein Krankenhausgroßbetrieb mit 550 Betten, verdankten ihre Entstehung der „Aktion Brandt“, die Hitlers Leibarzt nach der Bombardierung der Hospitäler des Ruhrgebietes ins Leben rief – hier in Wimbern besonders als Ausweichkrankenhaus für Dortmund, Bochum und Hagen.

1945 besetzten Amerikaner, später Polen und Engländer den Gebäudekomplex von 14 Holzbaracken. Ungefähr ein halbes Jahr konnten kaum Kranke betreut werden, da man die meisten Baracken als Auffanglager für Volksdeutsche benutzte. Danach übernahm der Kreis Iserlohn die Anlage als Kreiskrankenhaus, es wurde vom Landratsamt geleitet. Weil Iserlohn ziemlich hohe Zuschüsse leisten mußte, löste man das Krankenhaus auf.<>Die Baracken standen leer, dienten aber noch vorübergehend als Durchgangslager für Aussiedler aus den Oststaaten, die auf ihre Rückkehr warteten.

Die Schwestern erkannten schnell die einmalige Gelegenheit, die sich ihnen bot: Das Barackenhospital grenzte direkt an das gerade erworbene Grundstück, und wenn das bisherige Provinzhaus, die Marienau, zur Finanzierung des neuen Hauses verkauft werden mußte, hatten die Schwestern in den Wimberner Baracken sofort Wohnung und Arbeit.

Abbildung 21: Haupteingang "Herz-Mariä-Krankenhaus".
Abbildung 21: Haupteingang „Herz-Mariä-Krankenhaus“.

Am 13.11.1950, also vier Monate nach dem Erwerb des Grundstückes, wurde der Kaufvertrag bezüglich der Baracken abgeschlossen. Schon am 1.1.1951 konnten die Schwestern nach unsäglichen Mühen und Aufwendungen die Sonderanlage „Ruhr–Sauerland“ unter dem Namen „HerzMariä–Krankenhaus“ neu eröffnen.

Die Baracken waren natürlich als Krankenhaus kein Dauerzustand, so daß sich in den 60er Jahren die Frage nach dem Neubau des Hospitals stellte.

Nach langwierigen Verhandlungen konnte 1966 mit den Ausschachtungsarbeiten für das neue Krankenhaus begonnen werden. Nach 5jähriger Bauzeit, am 29.9.1971, wurde das neue Haus, das „Marienkrankenhaus Wimbern“, eingeweiht. Die Baracken wurden abgerissen. An der Stelle der ehemaligen Barackenkapelle steht als Erinnerungszeichen ein Glockenturm mit Glocke.

970 wurden einige Pockenfälle in der Wimberner Pockenstation behandelt, die kurz zuvor vom Land Nordrhein–Westfalen auf dem Gelände des Marienkrankenhauses fertiggestellt worden war.

1983 wurde diese Pockenstation in ein Altersheim, das „St. Raphaelsheim“, umgebaut (44 Pflegeplätze).

Heute verfügt das Krankenhaus über 204 Betten, und 374 Voll– und Teilzeitbeschäftigte – unter ihnen viele Wimberner – finden durch die Einrichtungen der Steyler Missionsschwestern ihren Arbeitsplatz.

Im April 1991, also zum 40jährigen Jubiläum des Krankenhauses, wird der erste Bauabschnitt (Chirurgische Ambulanz und Liegendanfahrt) beendet.

Nach der Darlegung der Krankenhausentwicklung nun aber zurück zu den Steyler Schwestern in den 50er Jahren.

Mit dem Erwerb der Baracken und deren Eröffnung als Krankenhaus war die eigentliche Zielsetzung der Steyler Missionsschwestern noch nicht erreicht; der Bau des neuen Provinzhauses mußte in Angriff genommen werden.

Am 7.9.1954 begannen die Bauarbeiten.

Zwei Tage vorher waren die Schwestern abends in einer großen Lichtprozession vom Krankenhaus zum Bauplatz gezogen und hatten dort in einer abendlichen Feierlichkeit für das Gelingen des Bauwerkes gebetet.

Am 24.10.1954 war die Grundsteinlegung, am 27.4.1955 das Richtfest und am 19.3.1956 begann der Umzug der Ordensgemeinschaft.

Am 2.5.1956 weihte Erzbischof Lorenz Jäger aus Paderborn die Kirche ein.

Das neue Provinzhaus erhielt den Namen „Heilig-Geist-Kloster“.

Abbildung 22: Der Bau des Heilig-Geist-Klosters. 1954-1956.
Abbildung 22: Der Bau des Heilig-Geist-Klosters. 1954-1956.